Arlt, Hans-Jürgen, 2010: Verbandsführung und Öffentlichkeitsarbeit, in:
Hoffjann, Olaf/ Stahl, Roland (Hg.): Kommunikationsmanagement in Verbänden – ein Handbuch, VS-Verlag (im Druck)
Verbandsführung und Öffentlichkeitsarbeit
Zwei Typen organisationalen Selbstverständnisses werden dargestellt und in diese Typologie die Beziehungen zwischen Führung und Öffentlichkeitsarbeit eingeordnet. Unterschieden werden ein instrumentelles sowie ein systemisches Organisationsverständnis. Gemessen an der real existierenden Organisationsvielfalt muss man vielleicht sagen, dass es der Nicht-mehr-Typ und der Noch-nicht-Typ sind, die hier skizziert werden. Hinter dieser Vorgehensweise steckt die Einschätzung, dass sich die Organisationen der Gesellschaft in einer hochinteressanten Umbruchphase befinden. Was die instrumentelle Organisation für normal hält, war unter gesellschaftlichen Rahmenbedingungen erfolgsträchtig, die keineswegs verschwunden sind, aber – vor allem wegen der Dreifaltigkeit Individualisierung, Digitalisierung, Globalisierung - in zunehmendem Ausmaß der Vergangenheit angehören. Was in der systemischen Organisation normal zu werden beginnt, hat noch Versuchskaninchen-Charakter auf einem gewiss nicht unerforschten, jedoch noch weitgehend unerprobtem Gebiet. Die Darstellung der beiden Typen wird immer wieder vermischt mit Hinweisen auf empirische Befunde. Das ist methodisch strafbar, aber für die Anschlussfähigkeit des Textes hilfreich, weil davon ausgegangen werden kann, dass die Gedankenarbeit der Rezipienten solche Bocksprünge zwischen Typologie und Empirie ohnehin vollführt.