WS 2011/12 | UdK|GWK
VORLESUNG
Strategische Unternehmenskommunikation.
Selbststeuerung und/oder Selbstdarstellung
Einsteinufer 43-53, Raum 127 | Mo 12h-14h
Unternehmen
ohne (Kommunikations-)Strategie werden gerne mit Schiffen ohne Kurs verglichen.
Wer die Führungsqualitäten eines Vorstands bestreiten will, wirft ihm am besten
vor, über keine Strategie zu verfügen. Die Vorlesung fragt zunächst nach den
Gründen der Selbstverständlichkeit, mit der strategische Kommunikation
angemahnt wird, und entwickelt im Teil 1 diese These: Notwendigkeit und
Schwierigkeit der Strategie haben dieselben Gründe - je stärker die
Notwendigkeit, desto größer die Schwierigkeit.
Im
Teil 2 werden Strategien als Entscheidungssituationen übergreifende, ausgearbeitete,
anpassungsfähige Zweckprogramme vorgestellt. Fragen der Strategiebildung und
–umsetzung stehen im Mittelpunkt. Vergleiche zwischen wirtschaftlicher und politischer
Strategiearbeit sollen das Verständnis vertiefen.
Der
dritte Teil entfaltet die These, dass das Erfolgsgeheimnis strategischer
Anstrengungen nicht in einer Garantie des Gelingens, sondern in der Chance der
Selbstaufklärung liegt. Er beginnt mit
einer Gegenüberstellung des traditionellen mit einem systemischen
Strategieverständnis, diskutiert Planungs- und Steuerungsprobleme und
reflektiert das doppelte Risiko von Kommunikationsstrategien: sowohl
Kommunikationen als auch Strategien sind ergebnisoffen. Trifft das zu, gilt es
auch für Vorlesungen.
Basisliteratur: Mintzberg,
Henry, 1999: Strategy Safari, Wien Grant, Robert M./ Nippa, Michael , 2006: Strategisches
Management, München Luhmann,
Niklas, 2003 (1991): Soziologie des Risikos, Berlin
WS 2011/12 | UdK|GWK
SEMINAR
Entsteht Organisationskultur oder wird sie gemacht?
Mierendorffstr. 30, Raum 108 | Mi 16h-18h
Der
Titel greift eine gängige Fragestellung auf, das Konzept des Seminars
unterstellt sie jedoch als unterkomplex. Es basiert darauf, dass es sich gerade
nicht um eine Alternative handelt. Umgesetzt wird das Seminarkonzept in vier
Abschnitten:
I
Arbeit an den Begriffen Kultur und Organisation: Der Einstieg problematisiert
die beliebte Klage, dass es keine einheitlichen Definitionen gibt. Historische
und gesellschaftstheoretische Zugänge zu „Kultur“ und „Organistion“ schaffen
ein Grundverständnis. Aufgeworfen wird dabei auch die Frage nach der Funktion
des Themas Organisationskultur insbesondere für Unternehmen.
II
Kriterien und Praktiken: An welchen
Kriterien lassen sich kulturelle Eigenheiten festmachen und wie zeigen sie sich
praktisch? An drei Beispielen - erstens dem Polizeiapparat anhand verschiedener
Kriminalromane, zweitens einer Kommunikationsagentur mit Hilfe des
Geschäftsführers und drittens der UdK/GWK auf der Basis der Erfahrungen der
Studierenden – werden Antworten gesucht.
III
Fälle und Formen: Wie stellen sich die organisationalen Herausforderungen
Diversity Management, Fehlverhalten und Innovation im thematischen Kontext der
Unternehmenskultur dar?
IV
Abgrenzungen: Kultur wird im Unterschied zu Phänomenen der Mode und des Commen
Sense diskutiert.
Als
begleitende Literatur dienen u. a. Baecker,
Dirk, 2003: Wozu Kultur?, Berlin, Kulturverlag Kadmos Baitsch,
Christof/ Nagel, Erik, 2009: Organisationskultur–Das verborgene Skript der
Organisation, in: Wimmer, R./ Meissner, J. O./ Wolf, P. (Hg.), Praktische
Organisationswissenschaft, Heidelberg, Auer, S. 219-240 Geertz,
Clifford, 1987: Dichte Beschreibung, Frankfurt/M., Suhrkamp, S. 261-288
WS 2011/12 | FU Berlin | OSI
SEMINAR
Politische Kommunikation und politisches System in in der Theorie Luhmanns
Mo 16h-18h, Ihnestr. 21, Hörsaal B
Analysen der „Politik der Gesellschaft“ hat Niklas Luhmann in vielen Aufsätzen und mehreren Büchern vorgelegt. Das Seminar rekonstruiert Luhmanns Beschreibung des politischen Systems. An ausgewählten Begriffen wie „Macht“, „Reform“ und „Protest“ werden Luhmanns und das von ihm sogenannte „alteuropäische“ Politikverständnis miteinander konfrontiert. Ein besonderer Schwerpunkt gilt dem Verständnis von politischer Kommunikation, wie es exemplarisch in dem Band „Ökologische Kommunikation“ entwickelt wurde.